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Kometeneinschlag auf Neptun
Beobachtungen des Weltraumobservatoriums Herschel
deuten auf einen Aufprall vor einigen hundert Jahren hin

Vor zweihundert Jahren könnte ein Komet Neptun, den äußersten Planeten unseres Sonnensystems,
getroffen haben.
Bild: NASA
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Ein Komet könnte vor etwa zweihundert Jahren den Planeten Neptun getroffen haben. Dafür spricht die Verteilung
von Kohlenmonoxid in der Atmosphäre des Gasriesen, die eine Forschergruppe - darunter Wissenschaftler des
französischen Observatoriums LESIA in Paris, vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im
niedersächsischen Katlenburg-Lindau und vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching -
jetzt untersucht hat. Die Forscher werteten Messungen des Forschungssatelliten Herschel aus, der seit Mai
2009 in ungefähr 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde um die Sonne kreist.
(Astronomy & Astrophysics, Online- Veröffentlichung 16.7.2010)
Nachdem Forscher vom MPS Hinweise auf einen Kometeneinschlag vor etwa 230 Jahren auf dem Saturn gefunden
haben (vgl. Astronomy and Astrophysics, Volume 510, February 2010), deuten jüngste Messungen des
Instrumentes PACS (Photodetector Array Camera and Spectrometer) an Bord des Weltraumobservatoriums
Herschel jetzt darauf hin, dass ein ähnliches Schicksal auch den Neptun ereilte. PACS erlaubt es den
Forschern erstmals, die langwellige Infrarotstrahlung des Planeten Neptun auszuwerten.
In der Atmosphäre des äußersten Planeten unseres Sonnensystems, die größtenteils aus Wasserstoff
und Helium besteht, stießen die Forscher vor allem auf eine ungewöhnliche Verteilung von Kohlenmonoxid: In
der oberen Atmosphärenschicht, der so genannten Stratosphäre, fanden sie eine höhere Konzentration als
in der darunter gelegenen Troposphäre. Einzige Erklärung für die Messergebnisse ist ein Kometeneinschlag.
Bei einem solchen Zusammenstoß bricht der Komet auseinander. Das Kohlenmonoxid, das im Kometeneis gebunden
ist, verteilt sich im Laufe der Jahre von der Einschlagstelle über die gesamte Stratosphäre.
Das Instrument PACS (Photodetector Array Camera and Spectrometer) ist unter Leitung des
Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik entstanden. Es analysiert die langwellige Infrarot-Strahlung,
also die Wärmestrahlung, welche die eiskalten Objekte im Weltraum wie etwa der Neptun aussenden. Der
Forschungssatellit Herschel trägt zudem das größte Teleskop, das jemals vom Weltall aus betrieben wurde.
Originalveröffentlichung:
E. Lellouch et al.:
First results of Herschel /PACS observations of Neptune,
Astronomy & Astrophysics, Vol. 518, L152 (2010),
DOI: 10.1051/0004-6361/201014600
am 16.7.2010 erhältlich unter
http://www.aanda.org/articles/aa/abs/2010/10/contents/contents.html
Vorabveröffentlichung in astro-ph
T. Cavalié et. al.:
A cometary origin for CO in the stratosphere of Saturn?,
Astronomy & Astrophysics, Vol. 510, February 2010,
DOI: 10.1051/0004-6361/200912909
Andere Pressemitteilungen:
Die vollständige Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) finden Sie hier:
MPS Pressemitteilung
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