Der Gründervater und langjährige Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische
Physik Reimar Lüst wird am 17. September eine besondere Auszeichnung erhalten: Anlässlich
ihres 10-jährigen Jubiläums verleiht die Jacobs University Bremen ihre erste Ehrendoktorwürde
an den Astrophysiker. Reimar Lüst wird damit für sein herausragendes Lebenswerk in der
Weltraumforschung und als Wissenschaftsmanager geehrt.
Reimar Lüst ist erster Ehrendoktor Jacobs University Bremen
Bild: Jacobs University
Reimar Lüst (* 1923) kann auf eine eindrucksvolle wissenschaftliche Karriere zurückblicken.
Er studierte Physik, promovierte 1951 bei Prof. Dr. Carl Friedrich von Weizsäcker am
Göttinger Max- Planck- Institut und habilitierte 1960 in Theoretischer Physik an der
Universität München. Nach mehreren Forschungs- und Lehraufenthalten an verschiedenen
renommierten Universitäten in den USA wurde er 1963 Gründungsdirektor am Max-Planck-Institut
für extraterrestrische Physik in Garching bei München, das er bis 1972 leitete und
entscheidend prägte. In dieser Zeit war er auch maßgeblich am Aufbau der europäischen
Weltraumorganisation ESRO beteiligt, deren wissenschaftlicher Direktor (1962 - 1964)
und Vizepräsident (1968 - 1970) er war. Von 1965 bis 1972 war er außerdem Mitglied des
Wissenschaftsrats, den er ab 1969 als dessen Vorsitzender lenkte.
1972 übernahm Reimar Lüst die Präsidentschaft der Max-Planck-Gesellschaft für 12 Jahre
bis 1984. Die folgenden fünf Jahre zeichnete er als Generaldirektor für die European
Space Agency (ESA) verantwortlich. Anschließend, von 1989 bis 1999, führte er die
Alexander von Humboldt-Stiftung als Präsident. In die Planungskommission der
"International University Bremen" wurde Reimar Lüst 1998 berufen; den Aufsichtsrat
der neu gegründeten Universität (die später in Jacobs University umbenannt wurde)
leitete er als Vorsitzender von Februar 1999 bis Dezember 2004. Bis heute ist Reimar
Lüst Ehrenvorsitzender des "Board of Governors" der Jacobs University.
Reimar Lüst war und ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und
anderer Einrichtungen. In seiner langen und verdienstreichen Laufbahn wurde er
vielfach mit nationalen und internationalen Ehrungen bedacht, darunter mehrere
Ehrendoktorwürden und Ehrenprofessuren sowie das Große Verdienstkreuz mit Stern
des Verdienstordens der Bundesrepublik. Wegen seiner Verdienste um den Luft- und
Raumfahrtstandort Bremen und die Gründung der damaligen International University
Bremen ernannte ihn die Hansestadt 2001 zum Ehrenbürger.